Zitate über Deutschland und die Deutschen  
     
 

G

 
     
  Gemütlichkeit  
 

„Es gibt manches, auf das Deutsche stolz sind, ob nun zu Recht oder nicht. Die Deutsche Mark gehörte einst dazu, auch deutsches Bier oder die Art, wie Deutsche ihre Autos bauen – und fahren. Doch mindestens ebenso stolz sind sie auf einen Seelenzustand, den es in dieser Form vermutlich bei keinem anderen Volk der Welt gibt. Dieser Zustand heißt Gemütlichkeit, …
Der Begriff Gemütlichkeit hat im Deutschen eine Bandbreite, welche die Vorstellungskraft eines Russen sprengt. Ein, zugegeben, drastisches Beispiel möge genügen: Als gemütlich gilt auch eine Ansammlung mehrerer hundert johlender, lärmender, schunkelnder Menschen, die sich im Zustand fortgeschrittener Alkoholisierung … befinden und zu den falschen Tönen eines Blasorchesters wiederholt in den Ruf ausbrechen: ‚Ein Prosit der Gemütlichkeit’!“

Maxim Gorski: Gebrauchsanweisung für Deutschland
Piper Verlag, München. 2007, Seite 144 f.

 
     
  Geographie  
 

„Über Deutschland muss man förmlich stolpern. Allein schon geographisch gesehen kommt man – zumindest als Europäer – schlechterdings an ihm nicht vorbei, liegt es doch dick und rund mitten auf dem Kontinent.“

Maxim Gorski: Gebrauchsanweisung für Deutschland
Piper Verlag, München. 2007, Seite 7

“Man braucht Deutschland, um die Landkarte zwischen Schweden und Italien zu füllen.”

Andrea Benda in Deutsch Perfekt, 11/2008, S. 11

 
     
  Geschäftskommunikation  
 

„Grundsätzlich legt die deutsche Geschäftskonversation starke Betonung auf Inhalt und spielt persönliche Beziehungen herunter, um glaubwürdig und objektiv zu erscheinen. Die deutsche Kommunikationsweise ist eindeutig, faktenorientiert, und sogar ein wenig akademisch.“

Patrick LeMont Schmidt: Die amerikanische und die deutsche Wirtschaftskultur im Vergleich
Hainholz Verlag, Göttingen. 2001, Seite 96

 
     
  Geschäftskultur  
 

„Nothing better illustrates the differences between the German and American styles of doing business than the hurdles that U.S. retailers such as Land’s End and Wal-Mart have encountered in entering the German market.“

Hyde Flippo: When in Germany, do as the Germans do. The Clued-in Guide to German Life, Language, and Culture
McGraw-Hill, New York. 2002, Seite 27

“Zu Recht spricht Hyde Flippo von großen Unterschieden zwischen der amerikanischen und der deutschen Geschäftskultur. Er macht aber einen nicht untypischen Fehler, wenn er das Scheitern von Wal-Mart auf dem deutschen Markt mit ‚Hürden’ zu erklären versucht, welche die Deutschen Wal-Mart in den Weg gelegt hätten.
Wer die traurige Geschichte von Wal-Mart Deutschland verfolgt hat, wird dagegen eher zu dem Schluss kommen, dass das Management von Wal-Mart außerordentlich unsensibel war für interkulturelle Unterschiede zwischen beiden Nationen – das gilt sowohl für interkulturelle Unterschiede im Management als auch für interkulturelle Unterschiede im Konsumentenverhalten.
Wer glaubt, ein im eigenen Land erfolgreiches Geschäftsmodell 1:1 auf ein anderes Land übertragen zu können, der riskiert – und verdient - ein solches Desaster.“

Niels von Eisenhart Rothe, Geschäftsführer, S&W Training in Meersburg Seminarangebote

„The German way of doing business remains essentially as it was: hierarchical, compartmentalized and task-oriented, characterized by top-down, need-to-know communication; a direct approach which can knock the breath out of the unprepared; cautious, lengthy decision-making based on reams of carefully prepared written material, interminable discussions eternalized – in anticipation of eventual legal action – in reams of written notes and minutes, and not concluded until consensus has been reached – and confirmed in writing, of course.”

Susan Stern: These Strange German Ways and the Whys of the Ways
Atlantik-Brücke e.V., Berlin. 2000, Seite 121

„The importance of Germany’s business culture and the logics of its wealth creation have, suddenly and quite recently, shot to the head of the international agenda. We have seen the Berlin Wall collapse, Germany reunified, … and the collapse of the Soviet Union. All these events either strengthen Germany or exemplify her new influence, or both.”

Charles Hampden-Turner and Alfons Trompenaars: The Seven Cultures of Capitalism
Doubleday, New York.1993, Seite 197

„In Germany many economic decisions are made at the meso-economic level wheregovernment, labor groups, financial groups, and industrial groups interact. This is a level of economic activity which barely exists in the United States and Britain, and which provides Germany with a clear competitive advantage.”

Charles Hampden-Turner and Alfons Trompenaars: The Seven Cultures of Capitalism
Doubleday, New York.1993, Seite 198

“1993, als Hampden-Turner und Trompenaars das obige Zitat veröffentlichten, hätten sicher viele Experten und solche, die sich für Experten halten, heftig widersprochen. Wieso sollte eine Geschäftskultur, in der der Staat und gar noch die Gewerkschaften aktiv an ökonomischen Entscheidungen mitwirken, ein Wettbewerbsvorteil sein? War nicht vielmehr das Gegenteil richtig?
Anderthalb Jahrzehnte später war angesichts der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr zu übersehen, dass kapitalistische Systeme uns in Situationen führen können, in denen internationale Großbanken und Großkonzerne geradezu um staatliche Interventionen betteln. Damit ist klar geworden, dass eine gewisse Kultur und Tradition der Kooperation zwischen Staat und Privatwirtschaft tatsächlich einen Wettbewerbsvorteil gegen über jenen Volkswirtschaften darstellen kann, denen es an einer solchen Kultur und Tradition vollkommen oder doch fast vollkommen fehlt.“

Niels von Eisenhart Rothe, Geschäftsführer, S&W Training in Meersburg

„Basic characteristics of German business culture are a monochronic attitude towards the use of time, e.g. a desire to complete one action chain before embarking on another; a strong belief that they are honest, straightforward negotiators; and a tendency to be blunt and disagree openly rather than going for politeness or diplomacy.”

Richard D. Lewis: When Cultures Collide. Managing Successfully Across Cultures
Nicholas Brealey, London. 2000, Seite 199

 
     
  Geschichte  
 

„Ich hoffe ernstlich, dass die Deutschen nie ihre Geschichte vergessen. Wann immer sich ein Land verändert, besteht die Gefahr, dass es seine Geschichte vergisst; und das birgt dann auch das Risiko, dass sich bestimmte Fehler wiederholen. Ich wünsche mir also, dass die Deutschen die Wiedervereinigung ihres einst zerteilten Landes als eine Chance und nicht als Problem sehen.“

Henning Mankell, Schriftsteller, in: Blau / Selene: German Dream. Träumen für Deutschland
Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2007, Seite 180

„With the unconditional surrender of Germany to the allies on 8 May 1945, German history was at a turning point. The Third Reich had been shattered, a new order was definitely needed. The four Allied powers agreed to partition the country into four zones of occupation: The American in the south, the Soviet in the East, the British in the northwest and the French in the southwest.”
Susan Stern (Herausgeberin): Meet United Germany
Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt am Main, 1992, Seite 25
“I doubt if any nation knows as much about its recent history as the Germans.“

Susan Stern: These Strange German Ways and the Whys of the Ways
Atlantik-Brücke e.V., Berlin. 2000, Seite 100

“I doubt if any nation knows as much about its recent history as the Germans.“

Susan Stern: These Strange German Ways and the Whys of the Ways
Atlantik-Brücke e.V., Berlin. 2000, Seite 100

 
     
  Gründung der Bundesrepublik Deutschland  
 

„… manche Historiker sehen den Hauptanteil der westdeutschen Elite an der Gründung der Bundesrepublik darin, sich den alliierten Vorgaben angepasst zu haben.“

DER SPIEGEL 07/2009, Seite 51: Die Goldene Chance

„Viele junge Leute hatten sich verständlicherweise darüber empört, wie viele alte Nationalsozialisten im neuen Staat Karriere machen konnten und wie wenig in den fünfziger und sechziger Jahren über die Verbrechen des Dritten Reiches gesprochen wurde. Deshalb übersahen sie, welchen Bruch die Bundesrepublik mit Demokratie, Marktwirtschaft und Westbindung in der deutschen Geschichte tatsächlich bedeutete.“

Nikolaus Piper: Willkommen in der Wirklichkeit. Wie Deutschland den Abstieg vermeiden kann
Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2004, Seite 111

„Es ist wahr: Ohne die völlige Zerschlagung des ‚Dritten Reichs’ hätte es den Bonner Anfang nicht gegeben. Genauso wahr ist aber auch, dass diese Demokratie ohne die Freiheitsbewegungen und parlamentarischen Erfahrungen der Deutschen in den anderthalb zuvor kein Erfolg geworden wäre.“

Benedikt Erenz: 220 Jahre Bundesrepublik Deutschland
In DIE ZEIT, 20. Mai 2009, Seite 88

 
     
  Grundgesetz  
 

„Der neue Staat, darin bestand von Anfang an große Einigkeit, sollte das Gegenteil dessen sein, was man gerade erlebt hatte: Entwaffnet statt hochgerüstet, liberal statt autoritär, tolerant statt chauvinistisch, demokratisch statt diktatorisch, föderal und nicht zentral. Es sollte alles geschehen, damit das, was geschehen war, nie wieder geschehen konnte.“

Gabor Steingart: Deutschland. Der Abstieg eines Superstars
Piper Verlag, München, Zürich. 2004, Seite 156

„Etwas Besseres hatte das kriegszerstörte Deutschland seinen Bewohnern nicht zu bieten als dieses Regelbuch, das Humanität und Freiheit hochhält, wo gerade erst ein Reich untergegangen war, zu dessen bestimmenden Merkmalen Unmenschlichkeit und Unfreiheit zählten.“

Gabor Steingart: Deutschland. Der Abstieg eines Superstars
Piper Verlag, München, Zürich. 2004, Seite 171

 
     
  Gründlichkeit  
 

„Another good way to fight back against insecurity is to be thorough in just about everything you do. Which is why the Germans have secured their well-deserved reputation for thoroughness. There is a pervasive commitment to doing things thoroughly, a quality that you are sure to find, by turns, both reassuring and irritating.“

Richard Lord: Culture Shock! Germany. A guide to Customs and Etiquette
Graphic Arts Center Publishing Company, Portland, Oregon. 1996, Seite 49 f.