Zitate über Deutschland und die Deutschen  
     
 

F

 
     
  Familie  
 

„Indeed, one feature of German life that often strikes Americans is the visibility of entire families, Mom, Dad and teenage kids, on the streets, in cafés and restaurants.“

Susan Stern: These Strange German Ways and the Whys of the Ways
Atlantik-Brücke e.V., Berlin. 2000, Seite 72

 
     
  Flucht und Vertreibung  
 

“In der Endphase des Zweiten Weltkriegs flohen Millionen von Deutschen aus ihrer Heimat in Mittel- und Osteuropa. Ihr Hauptmotiv war es, sich vor der Roten Armee der Sowjetunion in Sicherheit zu bringen.
Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden weitere Millionen von Deutschen aus ihrer Heimat vertrieben, vor allem aus Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn.
Für die Deutschen ist es wichtig, zu verstehen, dass diese Vertreibung nach all den Verbrechen der Deutschen im Zweiten Weltkrieg verständlich war – auch wenn sie nach internationalem Recht Unrecht war.
Für unsere Nachbarn im Osten ist es wichtig, zu verstehen, dass diese Vertreibung Unrecht war – auch wenn sie nach den Naziverbrechen sicher verständlich war.
In der Zeit des Kalten Krieges war es für beide Seiten schwer, zu verstehen, was zu verstehen war. Heute sollte das nun endlich leichter fallen – beiden Seiten.“

Niels von Eisenhart Rothe, Geschäftsführer, S&W Training in Meersburg Seminarangebote

“Mit gutem Grund gilt die Eingliederung der Vertriebenen als große sozialpolitische Leistung der Bundesrepublik.”

Peter Bender: Zweimal Deutschland. Eine ungeteilte Nachkriegsgeschichte 1945 - 1990
Pantheon Verlag, München. 2009, Seite 19 f.

 
     
  Föderalismus  
 

„Was die Entscheidungsfindung in der Bundesrepublik behindert, ist nicht die Sehnsucht nach dem großen Konsens, sondern der deutsche Föderalismus in seiner ganz besonderen Ausprägung. Dieser Föderalismus ist heute sicher die größte Reformbremse in der Bundesrepublik.“

Nikolaus Piper: Willkommen in der Wirklichkeit. Wie Deutschland den Abstieg vermeiden kann
Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2004, Seite 135

“Es gibt sicher manche Gründe, den ‚deutschen Föderalismus in seiner ganz besonderes Ausprägung’ zu kritisieren, wie Nikolaus Piper das tut.
Dabei sollte man aber mindestens zwei Punkte nicht übersehen:

  1. Der größte und weitaus bessere Teil der deutschen Geschichte war dezentral und föderalistisch geprägt. Die einzige zentralistische und nicht föderalistische Periode in der deutschen Geschichte war zugleich ihre übelste: die zwölf Jahre Hitler-Faschismus. Das gibt dem Föderalismus in Deutschland einen erheblichen Vertrauensvorschuss – bei allen Mängeln im Detail.
  2. Bei der Gründung der Bundesrepublik hatten die so genannten ‚Väter des Grundgesetzes’ gar keine Alternative zum Föderalismus. Es gehörte ganz einfach zu den Vorgaben der Westalliierten, dass der neue deutsche Staat nicht nur demokratisch, sondern auch föderalistisch sein musste. Auch wenn dabei Sicherheitsinteressen der Westalliierten eine entscheidende Rolle gespielt haben, sollten sich die Deutschen darüber nicht beschweren.“

Niels von Eisenhart Rothe, Geschäftsführer, S&W Training in Meersburg Seminarangebote

 
     
  Formalität und Informalität  
 

“Whereas Americans often equate formality with unfriendliness and lack of ease, Germans have been raised to view reserve and formality as the proper signs of respect for people they don’t know well.“

Greg Nees: Germany. Unraveling an Enigma.
Intercultural Press, Inc., Yarmouth, Maine, 2000, page 47

“In business, never deviate from the formal. The Germans remain on ‘Sie’ terms with colleagues even after decades of sharing an office.”

Stefan Zeidenitz und Ben Barkow: Xenophobe’s Guide to the Germans.”
Oval Books, London. 2008, Seite 33

Diese Beobachtung von Zeidenitz und Barkow trifft sicher für viele deutsche Unternehmen immer noch zu. Immer wieder berichten mir Klienten fassungslos, wie unglaublich formell ihre deutschen Kollegen in ihren Augen verhalten.
Ich rate allerdings dazu, zunächst die Kultur eines deutschen Unternehmens zu beobachten, mit dem man erstmals in Kontakt kommt. Inzwischen gibt es nämlich schon eine wachsende Minderheit von Unternehmen, in denen sich eine informellere Kultur des Umgangs miteinander durchgesetzt hat.
In immer mehr Unternehmen „duzen“ sich heute schon die Kollegen, oder man spricht sich – sozusagen als Kompromiss – mit Vornamen und „Sie“’ an.“

Niels von Eisenhart Rothe, Geschäftsführer, S&W Training in Meersburg Seminarangebote

„… keep in mind that while the Germans in general tend to be formal, German managers, especially in industry and banking, are formal to a tee.”

Susan Stern: These Strange German Ways and the Whys of the Ways
Atlantik-Brücke e.V., Berlin. 2000, Seite 189

 
     
  Fortschritt  
 

„Deutschland stellt höchste Ansprüche an sich selbst. Nach Tradition und kulturellem Selbstverständnis wollen die Deutschen den technologischen Fortschritt schnell nutzen oder noch lieber selbst vorantreiben. Wenn Deutschland in der Vergangenheit hinter die Spitze der internationalen Entwicklung zurückgefallen war, holte es schnell auf. Mit Mittelmaß waren die Deutschen nie zufrieden. Wiederholt haben sie sich gerade aus tiefen Krisen wieder an die Spitze gekämpft.“

Ederer, Peer, Schuller, Philipp und Willms, Stephan: Geschäftsplan Deutschland
Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart. 2008, Seite 14 f.

 
     
  Fräulein  
 

“Ein Wort, das im modernen Deutsch schon lange in Vergessenheit geraten ist, findet sich immer noch recht oft im Wortschatz von Ausländern – merkwürdigerweise selbst dann, wenn dieser Wortschatz insgesamt noch recht bescheiden ist.
Unser Rat an Alle, die Deutsch lernen: Lernen Sie Deutsch, lernen Sie möglichst viele Vokabeln, aber vergessen Sie ‚Fräulein’ – oder gar ‚Frollein’. Im günstigsten Fall ernten Sie mit ‚Fräulein’ ein nachsichtiges Lächeln – im ungünstigsten Fall könnten Sie damit sogar eine Frau beleidigen.“

Niels von Eisenhart Rothe, Geschäftsführer, S&W Training in Meersburg Seminarangebote

 
     
  Frauen im Management  
 

“Im Topmanagement größerer Unternehmen, also da, wo die wahre Macht ausgeübt und das große Geld verdient wird, ist der Anteil der Frauen 2007 sogar zurückgegangen, von 7,46 auf 5,65%.“

Christian Rickens, Wirtschaftsjournalist: Geschlossene Gesellschaft!
In: manager magazin, 02/2008, Seite 124

“Willkommen in der Macho-AG. In Sachen weibliches Topmanagement ist Deutschland ein Entwicklungsland.”

Cornelia Schmergal: Vitamin F
In: WirtschaftsWoche, 04.08.2008, Seite 17

„Es gibt derzeit nur eine einzige Frau in einem Dax-Vorstand, das ist Bettina von Österreich bei Hypo Real Estate.“

Michael Hartmann, Professor für Soziologie
Im Interview mit der FAZ, 19./20.07.08, Seite C1

„Frauen sind in den Führungsspitzen eine Rarität. Nach einer WELT-Umfrage liegt der Anteil von Frauen auf Managementebenen unter dem Vorstand oft unter zehn Prozent. Mit Barbara Kux bei Siemens habe es gerade eine einzige Frau in die Vorstandsriege eines Dax-20-Unternehmens geschafft.“

Aus: Süddeutsche Zeitung, 05./06.01.2009

“Die Namen der Damen mögen sich ändern, auch die Namen der Unternehmen, die es ausnahmsweise wagen, eine Frau in ihren Vorstand zu berufen. Der Gesamtbefund ändert sich vorläufig leider nicht: Auf höchster Ebene sind Frauen in deutschen Großunternehmen weiterhin krass unterrepräsentiert.“

Niels von Eisenhart Rothe, Geschäftsführer, S&W Training in Meersburg Seminarangebote

 
     
  FREUNDSCHAFT  
 

“German reluctance to move on to the informal level reflects how earnest a matter friendship is.”

Stefan Zeidenitz und Ben Barkow: Xenophobe’s Guide to the Germans.”
Oval Books, London. 2008, Seite 34

“Deutsche nehmen Freundschaft sehr ernst. Sie bedeutet Dauer, einen Schutz vor der unsicheren Außenwelt. … Deutsche sind gewöhnlich äußerst wählerisch und ernsthaft mit Freundschaften. Diese zieht langjährige Loyalität mit sich und tiefe (unausgesprochene) Emotionen.“

Patrick LeMont Schmidt: Die amerikanische und die deutsche Wirtschaftskultur im Vergleich
Hainholz Verlag, Göttingen. 2001, Seite 42

„Anglo-Saxons do not always see the way towards making quick friendships with them (the Germans), but when they succeed in entering into the somewhat complicated structure of a German friendship, they find rich awards. A German is generally a loyal and true friend of incredible durability.”

Richard D. Lewis: When Cultures Collide. Managing Successfully Across Cultures
Nicholas Brealey, London. 2000, Seite 202

“Es wird in der Tat nur selten gelingen, mit Deutschen eine ‘quick friendship’ zu schließen. ‚Quick friendship’ – das ist aus deutscher Sicht einfach ein Widerspruch in sich. In der deutschen Kultur gilt Freundschaft als ein knappes und gerade deshalb wertvolles Gut.“

Niels von Eisenhart Rothe, Geschäftsführer, S&W Training in Meersburg Seminarangebote