Zitate über Deutschland und die Deutschen  
     
  K  
     
  Kalter Krieg  
 

“Der Kalte Krieg war Deutschlands Unglück, aber auch sein Glück. Er teilte das Land, aber half den Teilen zu unerwartet schnellen Aufstieg. Nicht die Befreiung der Deutschen, sondern deren Zähmung war das Ziel der Kriegsgegner und wäre es noch lange geblieben, wenn sie sich einig geblieben wären.”

Peter Bender: Zweimal Deutschland. Eine ungeteilte Nachkriegsgeschichte
Pantheon-Verlag. München, 2009, Seite 91

 
     
  Kapitalismus in Deutschland  
 

„Im Kern zeichnet sich der deutsche Kapitalismus durch Institutionen aus, die die sozialen Beziehungen zwischen Arbeitnehmern, Managern und Anteilseignern in einer Weise koordinieren, dass sie Marktmechanismen stabilisieren und Austauschbeziehungen auf eine langfristige Grundlage stellen: Die Kooperation im Betrieb – vermittelt durch die betriebliche Sozialpartnerschaft, ein vergleichsweise rigides Kündigungsschutzrecht und überbetriebliche Tarifverträge – erlaubt und erzwingt eine langfristige Personalpolitik.“

Anke Hassel: Die Schwächen des „deutschen Kapitalismus“
In Berghahn / Vitols (Hrsg.): Gibt es einen deutschen Kapitalismus?
Campus Verlag, Frankfurt am Main, 2006, Seite 201

“No three countries better illustrate the contending models of highly successful capitalism than America, Japan, and Germany. They differ in many respects – in the role that government plays, in attitudes toward industrial and financial concentration, in the relationship between industry and banking, in their attention to manpower training, to take but a few examples. Far more important than any one or two distinguishing features, however, is the fact that the various parts of each model … fit together into a coherent system that reflects the way each society developed over the long term, including the legacies of history …”

Jeffrey E. Garten: A Cold Peace. America, Japan, Germany, and the Struggle for Supremacy
Times Books, New York. 1999, Seite 108

“Zehn Jahre nachdem Jeffrey Garten dies schrieb, ist zumindest zweierlei zu ergänzen: Mit China ist ein viertes, wiederum völlig andersartiges und doch unbestreitbar erfolgreiches Modell von Kapitalismus entstanden. Und die globale Finanz- und Wirtschaftskrise hat neue Fragen aufgeworfen. Beide Tendenzen lassen die besonders in den USA verbreitete Überzeugung, das eigene Kapitalismusmodell sei das einzig wahre, noch viel fragwürdiger erscheinen als sie es ohnehin schon war. Beide Tendenzen haben das in Deutschland aufkeimende Bestreben, das amerikanische Modell möglichst weitgehend zu kopieren, wieder deutlich geschwächt.“

Niels von Eisenhart Rothe, Coach – www.sw-training.com

 
     
  Kapitalmarkt  
 

“The Nowadays, corporate transparency serves as a much-desired ticket to the capital market, and the concept of Germans fighting off non-Germans has been squeezed out by the market dictum ‘think globally, act locally’.”

Susan Stern: These Strange German Ways and the Whys of the Ways
Atlantik-Brücke e.V., Berlin. 2000, Seite 106

 
     
  Kapitulation 1945  
 

“Als die Deutschen im Sommer 1945 begannen, sich über ihre Lage klar zu werden, mussten sie eine dreifache Niederlage erkennen – militärisch, politisch, moralisch. Anders als im Ersten Weltkrieg war Deutschland an allen Fronten geschlagen und wurde bis zum letzten Quadratkilometer erobert und besetzt.”

Peter Bender: Zweimal Deutschland. Eine ungeteilte Nachkriegsgeschichte 1945 - 1990
Pantheon Verlag, München. 2009, Seite 11

 
     
  Karriere in Deutschland  
 

„Erfolg wird in den USA sehr stark der eigenen harten Arbeit und Anstrengung zugeschrieben, während Deutsche davon ausgehen, dass auch Glück und Beziehungen eine starke Rolle spielen.“

Ulrike Reisach: Die Amerikanisierungsfalle. Kulturkampf in deutschen Unternehmen
Econ Verlag, Berlin. 2007, Seite 116

 
     
  Kommunikation  
 

“Germans strive for credibility and respect when speaking in the public sphere. At home and with friends, credibility is still important, but then likableness and affection play a much greater role in influencing speech style.“

Greg Nees: Germany. Unraveling an Enigma.
Intercultural Press, Inc., Yarmouth, Maine, 2000, page 75

„Der Kommunikationsstil kann so sehr die Sachebene betonen, dass die Beziehungsebene beeinträchtigt wird. Die "sachlichen" Darlegungen der Deutschen können verletzend sein, ganz besonders dann, wenn Deutsche bei auftretenden Problemen gnadenlos die Schwachstellen analysieren.“

Sylvia Schroll-Machl: Die Deutschen – Wir Deutsche. Fremdwahrnehmung und Selbstsicht im Berufsleben
Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen. 2002, Seite 53

„Besonders verwunderlich und womöglich sogar beängstigend wirkt der deutsche Kommunikationsstil dann, wenn es um unangenehme Botschaften und Gespräche geht. Deutsche erscheinen oft recht konfrontativ und alles andere als konfliktscheu.“

Sylvia Schroll-Machl: Die Deutschen – Wir Deutsche. Fremdwahrnehmung und Selbstsicht im Berufsleben
Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen. 2002, Seite 173

„Die Deutschen reden Klartext. Sie sagen offen, was sie bekümmert.“

Monica Schefold, Irin, in:Imke Molkewehrum: Typisch deutsch. Über Ticks und Tugenden der Teutonen
Edition Temmen, Bremen. 2007, S. 88

“The Germans are learning that they, too, can profit from brainstorming, and that the advantage of pooling knowledge can outweigh the disadvantage of relinquishing copyright on one’s own ideas.”

Susan Stern: These Strange German Ways and the Whys of the Ways
Atlantik-Brücke e.V., Berlin. 2000, Seite 123

„Zu rasch auf den Punkt zu kommen wird als einfältig und nicht einer ernsthaften Überlegung für wert gehalten. Traditionell glauben die Deutschen, dass eine Idee umso größeren Wert habe, je komplizierter und schwieriger sie zu verstehen ist.“

Patrick LeMont Schmidt: Die amerikanische und die deutsche Wirtschaftskultur im Vergleich
Hainholz Verlag, Göttingen. 2001, Seite 89

 
     
  Konjunktur  
 

“Ich erwarte für 2010 eine ‚schwarze Null’. Die Industrieproduktion könnte 2010 bereits wieder stärker ansteigen, weil die Lager dann leergeräumt sind. Die Kapazitätsauslastung wird freilich weiter sinken und auf deutlich niedrigerem Niveau liegen als jemals in der Nachkriegszeit. Das wird den Arbeitsmarkt voll treffen, die Beschäftigung wird 2010 deutlich sinken.“

Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank im Interview mit der
Schwäbischen Zeitung, 27.06.2009

 
     
  Konsens  
 

“Die deutsche Wirtschaft basiert auf Konsens und Kooperation. Ihr Hauptgrundsatz ist der des ‘sozialen Paktes’, einer Verbindung von Belegschaft, Wirtschaft und Regierung. Anstatt starke gegensätzliche Positionen zu betonen, die zu wiederkehrenden Arbeitskonfrontationen führen würden, suchen Regierung, Gewerkschaften und Management nach Kompromissen, um lange Perioden industriellen Friedens zu gewährleisten.“

Patrick LeMont Schmidt: Die amerikanische und die deutsche Wirtschaftskultur im Vergleich
Hainholz Verlag, Göttingen. 2001, Seite 57

„Da hat Schmidt ganz einfach Recht. Leider!“

Niels von Eisenhart Rothe, Geschäftsführer, S&W Training in Meersburg – www.sw-training.com

 
     
  Kontext  
 

“The Germans are extremely low context because their physical and psychological space needs leave them isolated, unaware what is going on around them unless they are specifically briefed.“

Susan Stern: These Strange German Ways and the Whys of the Ways
Atlantik-Brücke e.V., Berlin. 2000, Seite 11

 
     
  Konversation  
 

„Deutscher Konversationsstil ist gewöhnlich ernsthaft, was von einer Person erfordert, dass sie ehrlichund glaubwürdig erscheint.“

Patrick LeMont Schmidt: Die amerikanische und die deutsche Wirtschaftskultur im Vergleich
Hainholz Verlag, Göttingen. 2001, Seite 100

 
     
  Korruption in Deutschland  
 

„Obwohl die Deutschen in dieser Hinsicht noch viel von uns lernen können, rate ich Ihnen eindringlich von Versuchen ab, deutsche Beamte zu korrumpieren. Noch sind es Einzelfälle, noch ist das Risiko rein rechnerisch zu groß, an einen ehrlichen Bürovorsteher zu geraten, dessen Reaktion auf Ihre Gefälligkeit unberechenbar ausfallen könnte. Geben Sie den Deutschen noch ein wenig Zeit, und probieren Sie es in ein paar Jahren.“

Maxim Gorski: Gebrauchsanweisung für Deutschland. Piper Verlag, München. 2007, Seite 110 f.

„In meiner Jugend habe ich meinem Vater geglaubt: „Ein deutscher Beamter ist unbestechlich.“ Und das galt unausgesprochen natürlich auch für deutsche Manager.
Heute bin ich leider desillusioniert: Die Untersuchungen von Transparency International zeigen, dass es in Deutschland zwar – im internationalen Vergleich – immer noch relativ wenig Korruption gibt, dass die Gier aber auch in Deutschland um sich greift.
Freundlicher als Maxim Gorski kann man diese traurige Entwicklung wohl leider nicht beschreiben.“

Niels von Eisenhart Rothe, Geschäftsführer, S&W Training in Meersburg – www.sw-training.com

 
     
  Kriminalität in Deutschland  
 

„Gesellschaften, die Deutschland und die meisten europäischen Länder über ein enges, funktionierendes Netzwerk sozialer Bindungen verfügen, müssen weniger in den Schutz vor Kriminalität investieren. Die soziale Kontrolle sorgt dafür, dass inakzeptables Verhalten schon in Frühformen sanktioniert wird.“

Ulrike Reisach: Die Amerikanisierungsfalle. Kulturkampf in deutschen Unternehmen
Econ Verlag, Berlin. 2007, Seite 253

 
     
  Kritik  
 

„Deutsche schrecken vor Kritik nicht zurück, sondern äußern Kritik relativ offen und aufrichtig. Sie sprechen direkt an, was ihnen nicht gefällt und womit sie unzufrieden sind.“

Sylvia Schroll-Machl: Die Deutschen – Wir Deutsche. Fremdwahrnehmung und Selbstsicht im Berufsleben
Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen. 2002, Seite 176

 
     
  Kulturstandards  
 

„Offensichtlich gibt es eine Anzahl deutscher Kulturstandards, die aus ganz verschiedenen Blickwinkeln wichtig sind. …
Es handelt sich um:

  • Sachorientierung,
  • Wertschätzung von Strukturen und Regeln,
  • Regelorientierte, internalisierte Kontrolle,
  • Zeitplanung,
  • Trennung von Persönlichkeits- und Lebensbereichen,
  • Direktheit der Kommunikation.“

Sylvia Schroll-Machl: Die Deutschen – Wir Deutsche. Fremdwahrnehmung und Selbstsicht im Berufsleben
Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen. 2002, Seite 34