Zitate über Deutschland und die Deutschen  
     
  M  
     
  Management  
 

“Describing German managerial style is also made difficult by the presence of two seemingly contradictory tendencies that exist side by side. On th one hand, there is a strong tendency toward hierarchy and an autocratic style. On the other, there is a clear emphasis on a more democratic approach based on consensus and cooperation.“

Greg Nees: Germany. Unraveling an Enigma.
Intercultural Press, Inc., Yarmouth, Maine, 2000, page 104

„Germans do not believe that management is a generalizable skill with universal attributes; they believe that the logic of wealth creation lies in the complex provision of goods and services and that investing heavily in technology and training is the way to afford high-wage demands.”

Charles Hampden-Turner and Alfons Trompenaars: The Seven Cultures of Capitalism
Doubleday, New York.1993, Seite 227 f.

 
     
  Manager: Deutsche im internationalen Vergleich  
 

Handelsblatt:
Wie ist es um die Qualität der Unternehmensführung in Deutschland bestellt?
van Reenen:
Ziemlich gut. Ganz vorne liegen in unserem Ranking die Unternehmen aus den Vereinigten Staaten. Ihnen auf den Fersen ist aber eine ‚Premier League’ aus Japan, Schweden und Deutschland. Dagegen sind Frankreich, Großbritannien und Italien nur zweite Liga. Einige europäische Länder wie Portugal und Griechenland sind noch schlechter.
Handelsblatt:
Was können deutsche Manager besonders gut?
van Reenen:
Sie sind sehr systematisch und sorgfältig, wenn es um die Organisation ihrer Produktion, um die Arbeitsabläufe im Unternehmen geht. …
Deutsche Unternehmen versuchen zu verstehen, was der Grund für Probleme ist und beheben sie ein für alle Mal.

John van Reenen, Professor an der London School of Economics, im Interview mit dem Handelsblatt am 07.01.2008

 
     
  Manager: Führungskompetenzen  
 

“Bei deutschen Unternehmenslenkern sind Fachkompetenz und Leistungswillen deutlich ausgeprägter als ‚weiche Faktoren’ wie Teamführung und Mitarbeiterentwicklung – anders als bei ihren Counterparts in Frankreich, Großbritannien und den USA.“

Christian Rickens, Wirtschaftsjournalist: Geschlossene Gesellschaft!
In: manager magazin, 02/2008, Seite 126

 
     
  Manager: Gefährden gierige Manager den Kapitalismus?  
 

“Was mich empört, ist, dass es sich inzwischen nicht mehr nur um einzelne schwarze Schafe handelt, sondern um eine kleine Herde schwarzer Schafe, die die Reformfähigkeit unseres Landes mit teils ungebührlichem, teils kriminellem Verhalten gefährdet. Nicht Einzelne, sondern ein relevanter Teil der deutschen Wirtschaftselite predigt öffentlich Wasser und trinkt heimlich Wein. Dort hat man den Bezug zu Fairness und sozialer Verantwortung im unternehmerischem wie im politischen Handeln verloren.“

Frank-Walter Steinmeier, Außenminister: Die Manager gefährden Reformen
In: WirtschaftsWoche, 09/2008, Seite 22 f.

“Die Mehrzahl der Manager arbeitet solide.“

Patrick Adenauer, Präsident der Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Unternehmer
Zitiert in: WirtschaftsWoche, 09/2008, Seite 178

 
     
  Managereinkommen  
 

„Mit Porschechef Wendelin Wiedeking hat im Jahr 2008 ein deutscher Manager das mit großem Abstand höchste Einkommen Europas erzielt (Süddeutsche Zeitung, 29.05.2009, Seite 18). Seine 77,4 Millionen Euro Jahreseinkommen sind zwar wirklich spektakulär. Diese Zahl ist aber keinesfalls typisch für deutsche Managereinkommen, sondern eine extreme Ausnahme.
Auf den Plätzen 2 bis 10 folgen ausschließlich Manager aus anderen europäischen Ländern. Erst auf Position 11 taucht dann wieder ein Deutscher auf. Angesichts der besonderen Bedeutung der deutschen Wirtschaft in Europa ist das ein eher bescheidenes Ergebnis.“

Niels von Eisenhart Rothe, Geschäftsführer, S&W Training in Meersburg – www.sw-training.com

 
     
  Marktvertrauen  
 

„Anders als beispielsweise in den USA ist die Überzeugung von der Überlegenheit marktwirtschaftlicher Systeme in Deutschland bei großen Teilen der Bevölkerung nicht wirklich fest verankert. Besonders in Zeiten explodierender Energie- und Nahrungsmittelpreise sowie zunehmender Rezessionsangst setzen viele Deutsche eher auf staatliche Eingriffe als auf die ‚unsichtbare Hand’ des Marktes.“

Niels von Eisenhart Rothe, Geschäftsführer, S&W Training in Meersburg – www.sw-training.com

„Generell ist die Neigung groß, staatliche Interventionen nicht nur zu tolerieren, sondern herauszufordern, …
Die Politik sieht sich zunehmend mit Erwartungen konfrontiert, die – würden sie umgesetzt – die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft teilweise gravierend verändern würden.

Renate Köcher: Erosion des Marktvertrauens
In: WirtschaftsWoche, 04.08.2008, Seite 36

“It often comes as a surprise to Americans that Germans accept so easily what Americans see as interference by the state.”

Susan Stern: These Strange German Ways and the Whys of the Ways
Atlantik-Brücke e.V., Berlin. 2000, Seite 165

 
     
  Meetings in Deutschland  
 

“If you are a person who likes to add a bit of humor to ease the atmosphere, forget it. It’s not that all German businessmen were born humorless, there is just no room for humor in the German board room.…
The arguments will be compartmentalized, solid, and supported with statistics, hard facts and the full weight of whatever authorities are appropriate, and these represent definitive voices, not to be disagreed with.”

Susan Stern: These Strange German Ways and the Whys of the Ways
Atlantik-Brücke e.V., Berlin. 2000, Seite 124 f.

 
     
  Militarismus in Deutschland  
 

„Niemand wirft den Deutschen mehr vor, nach einem Weltimperium zu streben wie einst unter Adolf Hitler. Inzwischen fürchten die Sieger von ehedem vielmehr Deutschlands Friedfertigkeit, denn wann immer der Ruf nach einem Kampfeinsatz von Bundeswehrsoldaten laut wird, stößt er in Berlin zunächst einmal auf Skepsis.“

DER SPIEGEL 07/2009, Seite 46: Die Goldene Chance

„Das ist schon eine erstaunliche Entwicklung:
Bis 1945 hatte die Welt – vor allem aber natürlich Europa – allen Grund, den deutschen Militarismus zu fürchten.
Und es waren ja nicht nur die zwölf Hitler-Jahre. Kaiser Wilhelm II. trug entscheidend zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs bei – und er war dabei keineswegs allein.
Auch in den Jahrhunderten davor galten die Deutschen bei ihren Nachbarn nicht gerade als besonders friedfertig.
Gerade wegen dieser blutigen Geschichte war die große Mehrheit der Nachkriegsdeutschen dann aus tiefer Überzeugung antimilitaristisch, und viel von dieser Überzeugung hat sich bis heute gehalten. Bis heute genießen Offiziere in Deutschland weniger Respekt als in den meisten anderen Ländern der Welt. Und bis heute werden Einsätze deutscher Soldaten im Ausland grundsätzlich sehr kontrovers diskutiert.
Ich finde, die Welt sollte über diese Entwicklung froh sein und die Deutschen nicht zu sehr dafür kritisieren, dass sie aus ihrer Geschichte gelernt haben.“

Niels von Eisenhart Rothe, Coach

 
     
  Minderheiten in Deutschland  
 

„Eine der Folgen von Hitlers Aggressionspolitik ist, dass Deutschland nach dem Ende so weit geschrumpft ist, dass es heute auf deutschem Staatsgebiet fast keine nationalen Minderheiten mehr gibt. Offiziell anerkannt sind drei relativ kleine Minderheiten:

  1. Rund 60.000 Sorben im Osten der Republik. Ihre Sprache, die heute allerdings nur noch von einer Minderheit der Minderheit gesprochen wird, ist slawisch und besonders eng mit den Nachbarsprachen Polnisch und Tschechisch verwandt.
  2. Ungefähr 30.000 Dänen – logischerweise ganz im Norden an der Grenze zu Dänemark.
  3. Schließlich die Gruppe der Sinti und Roma. Auch ihre Zahl liegt heute bei etwa 30.000. Sie sind keiner Region zuzuordnen.“

Niels von Eisenhart Rothe, Geschäftsführer, S&W Training in Meersburg – www.sw-training.com

 
     
  Mitbestimmung der Arbeitnehmer  
 

„Germany’s system of industrial democracy has two major advantages. First, by avoiding the more adversarial positions taken in othe industrialized countries, labor and management tend to see themselves as interdependent partners. Awareness of this interdependency encourages both sides to maintain a responsible dialogue, which reduces potential conflict. Second, because labor is involved in the decision-making process earlier on, implementation of decisions, especially difficult ones, is easier.“

Greg Nees: Germany. Unraveling an Enigma.
Intercultural Press, Inc., Yarmouth, Maine, 2000, page 112

„Die Mitbestimmung ist eine gute Institution, wenn sie richtig im Sinne des Gesetzgebers angewendet wird. Gut ist beispielsweise die Kommunikation, die durch die Mitbestimmung zwischen Arbeitnehmern und Management entsteht, beispielsweise durch das frühzeitige Informieren der Beschäftigten über die Lage der Firma, sodass zusammen mit den Beschäftigten gegengesteuert werden kann.“

André Leysen, Mitglied zahlreicher Aufsichtsräte, im Interview mit €uro, Dezember 2004, Seite 14

„Ich habe noch kein Land gefunden, in dem Vorstandschefs uns um diese Strukturen beneiden und sagen: Die hätten wir auch gerne.“

Henning Kagermann, Vorsitzender des Vorstands der SAP AG
Zitiert in: Wirtschaftswoche, 03.03.2008, S. 154

„Als ich einem Topmanager aus den USA das deutsche Mitbestimmungssystem vorstellte, lautete sein gleichermaßen knapper und verächtlicher Kommentar: „To me that’s communism“.
So gut ich verstehen konnte, wie er vor dem Hintergrund seiner eigener Kultur zu einem solchen Urteil kommen konnte, so wenig Verständnis hatte er dafür, dass es auch ein anderes Verständnis von Kapitalismus geben kann als das amerikanische.“

Niels von Eisenhart Rothe, Geschäftsführer, S&W Training in Meersburg – www.sw-training.com

„Im Grunde ist die Mitbestimmung ein Erbe des Zweiten Weltkriegs, genauer: Sie war ursprünglich ein Versuch zu verhindern, dass es jemals wieder zu solch einer Katastrophe kommt. Dabei dachten die Siegermächte sehr konkret an die Zerschlagung des deutschen militärisch-industriellen Komplexes und kaum an die Rechte der Arbeiter.“

Nikolaus Piper: Willkommen in der Wirklichkeit. Wie Deutschland den Abstieg vermeiden kann
Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2004, Seite 101

 
     
  Mittelstand  
 

“Despite the high visibility of a few corporate giants, it is small and medium-sized businesses … that made and still make up the backbone of the German economy. These SMCs, called Mittelstand, were traditionally family-run, at least until the death of the last patriarch.”

Susan Stern: These Strange German Ways and the Whys of the Ways
Atlantik-Brücke e.V., Berlin. 2000, Seite 112

 
     
  Mülltrennung  
 

„Manche Soziologen argumentieren, dass der schwarz-braun-grün-gelben Tonnenlogik eine deutsche Besessenheit des Themas Selektion zugrunde liegt. Mit einer rationalen Recycling-Politik hat das jedenfalls nichts zu tun.“

Roger Boyes: How to be a Kraut. Leitfaden für ein wunderliches Land
Ullstein Verlag, Berlin. 2007, Seite 114

„Mittlerweile leben ökologisch bewusste Bürger in verschiedenen Regionen des Landes nach einem akkurat durchgerechneten städtischen Abfallkalender, wenn sie wissen wollen, wann der Hausmüll, wann der Grüne-Punkt-Abfall, wann Schadstoffe und wann Altbatterien entsorgt werden.“

Maxim Gorski: Gebrauchsanweisung für Deutschland. Piper Verlag, München. 2007, Seite 103
Piper Verlag, München. 2007, Seite 103