Zitate über Deutschland und die Deutschen  
     
 

T

 
     
  Teilung  
 

„Der Herbst 1949 bildete die tiefste Zäsur der deutschen Nachkriegsgeschichte bis zum Herbst 1989. Die halbe Teilung Deutschlands, die es vorher schon gab, war im wesentlichen das Werk der Siegermächte, jetzt jedoch entstanden Staaten, für deren Schaffung Deutsche eine entscheidende Mitverantwortung trugen. Aus der Teilung durch die Sieger war nun auch eine Teilung durch Deutsche geworden.“

Peter Bender: Zweimal Deutschland. Eine ungeteilte Nachkriegsgeschichte
Pantheon-Verlag. München, 2009, Seite 39

„Die Teilung verkleinerte die Größe des Landes, dessen Gefährlichkeit ganz Europa erfahren hatte und weiter fürchtete. Nur die Deutschen meinten, die Frage ihrer Vereinigung sei die deutsche Frage.“

Peter Bender: Zweimal Deutschland. Eine ungeteilte Nachkriegsgeschichte
Pantheon-Verlag. München, 2009, Seite 42

„Wenn Westdeutsche die DDR und Ostdeutsche die Bundesrepublik besuchten, blieben sie im selben Land, aber kamen in eine andere Welt. Was landläufig als Ost und West bezeichnet wurde, unterschied sich zweifach: einmal durch das politische und wirtschaftliche System, zum andern … durch Armut und Reichtum.“

Peter Bender: Zweimal Deutschland. Eine ungeteilte Nachkriegsgeschichte
Pantheon-Verlag. München, 2009, Seite 62

 
     
  Tischmanieren  
 

„Germans, like other Europeans, tackle their food with a knife in one hand, a fork in the other, and don’t play the American game of switching utensils every few minutes.“

Susan Stern: These Strange German Ways and the Whys of the Ways
Atlantik-Brücke e.V., Berlin. 2000, Seite 213

„Wenn Amerikaner bei einem Geschäftsessen in Deutschland seine linke Hand auf seinem Oberschenkel ruhen lässt, dann entspricht das zwar nicht deutscher Etikette, es ist aber kein Problem und sicher nicht besonders peinlich.
Ziemlich peinlich kann es dagegen werden, wenn beispielsweise asiatische Geschäftspartner beim Geschäftsessen in Deutschland nicht auf Geräusche verzichten, die in ihrer eigenen Kultur zwar akzeptiert sein mögen, die aber in Deutschland und im restlichen Europa als sehr unfein gelten. Lautes Schmatzen ist noch das harmloseste dieser Geräusche.“

Niels von Eisenhart Rothe, Geschäftsführer, S&W Training in Meersburg – www.sw-training.com

 
     
  Titel  
 

„Your title is a permanent extension of your personality and is relevant in nearly all situations.”

Charles Hampden-Turner and Alfons Trompenaars: The Seven Cultures of Capitalism
Doubleday, New York.1993, Seite 224

“Seit Hampden-Turner und Trompenaars dies 1993 schrieben, ist einige Zeit vergangen, und auch in Deutschland hat sich manches geändert. Allerdings kann es Ihnen immer noch passieren, dass Sie in Deutschland auf eine Unternehmenskultur treffen, in denen Titel selbstverständlicher Teil Anrede sind. Das hängt heute aber sehr von der Branche und von der Internationalität des Unternehmens ab.
Die Zahl der Unternehmen, in denen sich ein eher informeller Stil durchgesetzt hat oder durchzusetzen beginnt, steigt langsam, aber sicher.“

Niels von Eisenhart Rothe, Coach

 
     
  Tradition  
 

„Nun, von meiner Warte sehe ich in Deutschland ein starkes Traditionsgefühl. Das ist zunächst einmal positiv. Wenn die Traditionsverbundenheit aber zu stark wird, kann sie eine ganze Nation davon abhalten, ihr volles Potenzial zu verwirklichen.“

Richard Barrett, Unternehmensberater, in: Blau / Selene: German Dream. Träumen für Deutschland
Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2007, Seite 56

 
     
  Training  
 

„There are two characteristics that distinguish the German approach to training-for-business from those of English-speaking developed economies. First, Germans train virtually everyone for some useful skill, largely avoiding the idea of failure …
Second, their training for business is relentlessly practical. The minds and hands are trained, not the character, ...”

Charles Hampden-Turner and Alfons Trompenaars: The Seven Cultures of Capitalism
Doubleday, New York.1993, Seite 227

 
     
  Tugenden der Deutschen  
 

„Ordnungsliebe, Fleiß, Leistungsfähigkeit, Disziplin, Sauberkeit nehmen bei Umfragen zur Selbsteinschätzung der deutschen Bevölkerung nach wie vor die obersten Ränge ein; und die Einschätzung von außen weicht nur wenig davon ab.“

Hermann Bausinger: Typisch deutsch. Wie deutsch sind die Deutschen?
C.H. Beck, München. 2000, Seite 82

 
     
     
 

U

 
     
  Umweltbewusstsein  
 

“The Germans have a torn soul. As the world’s champion tourists and globe-trotters, they drive and fly to their heart’s content despite the damage they know both activities wreak on the environment – but as conscientious burghers, they assiduously save energy, cut down on the amount of water they flush their toilets with, and separate their garbage with a scrupulousness bordering on the fanatic.“

Susan Stern: These Strange German Ways and the Whys of the Ways
Atlantik-Brücke e.V., Berlin. 2000, Seite 57

 
     
  Unternehmen  
 

„The idea of what a company represents to society is very different in Japan and Germany, where it exists for both economic and social purposes. There is the concept of stakeholders – an idea that includes shareholders, management, workers, suppliers, and the surrounding community, all of whom have legitimate interests in a company’s future.”

Jeffrey E. Garten: A Cold Peace. America, Japan, Germany, and the Struggle for Supremacy
Times Books, New York. 1999, Seite 123

 
     
     
 

V

 
     
  Vergangenheitsbewältigung  
 

“That the Germans continue to feel a whole gamut of emotions with regard to a war and a genocide which took place over half a century ago and which practically none of them had anything to do with should perhaps not be taken for granted.“

Susan Stern: These Strange German Ways and the Whys of the Ways
Atlantik-Brücke e.V., Berlin. 2000, Seite 98

 
     
  Verhandlungen mit Deutschen  
 

“German negotiation goes from receiving information and subjecting it to expert scrutiny to making a decision and signing an agreement. It can be a long and painstaking process.“

Roland Flamini: Passport Germany. Your Pocket Guide to German Business, Customs & Etiquette
World Trade Press, San Rafael, CA. 1997, S. 61

 
     
  Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953  
 

Nicht nur in Berlin, in allen Teilen der DDR stürmten Demonstranten Gefängnisse, befreiten politische Häftlinge und verlangten ‚freie Wahlen’, das war die Forderung des Westens. Freie Wahlen in ganz Deutschland sollten die Einheit wiederherstellen. Die Sowjetarmee schlug die Rebellion nieder, rettete die DDR-Herrschaft und sogar den Stalinisten Ulbricht.“
Peter Bender: Zweimal Deutschland. Eine ungeteilte Nachkriegsgeschichte
Pantheon-Verlag. München, 2009, Seite 103
„Der 17. Juni hat unwiderlegbar bewiesen, dass die Einheit Deutschlands eine historische Notwendigkeit ist. Wir wissen jetzt, dass der Tag kommen wird, an dem Berlin wieder die deutsche Hauptstadt ist. Die ostdeutschen Arbeiter haben uns diesen Glauben wiedergegeben, und Glauben ist der höchste Grad der Gewissheit.“
Marion Gräfin Dönhoff: Die Flammenzeichen rauchen
in: Theo Sommer m(Herausgeber): 60 Jahre Bundesrepublik im Spiegel der ZEIT
Zeitverlag, Hamburg. 2009, Seite 61
„Das sind große Worte, die die großartige Marion Dönhoff da schon 1953 gewagt hatte. Und lange Zeit sah es so aus, als sei sie zu optimistisch gewesen. Welchen Anteil der 17. Juni daran hatte, dass es 36 Jahre später dann tatsächlich zur deutschen Wiedervereinigung kam, lässt sich schwer abschätzen Sicher war die brutale Niederschlagung dieses Volksaufstands aber ein schwerer Schlag für das Ansehen des DDR-Regimes in der westlichen Welt, aber auch im eigenen Land.“

Niels von Eisenhart Rothe, Coach, S&W Training in Meersburg